Mülheim -
Wenn die Stromkonzerne nicht auf erneuerbare Energie umsteigen wollen, dann müssen die Verbraucher sie dazu zwingen - durch den Wechsel in einen Öko-Stromtarif. So die Klimaschutz-Idee. Doch die Lage auf dem Ökostrom-Markt ist unübersichtlich. Zwischen mehr als 100 Ökostrom-Tarifen haben umweltbewusste deutsche Verbraucher die Wahl.
Ob es sich tatsächlich dabei um Strom aus erneuerbaren Quellen handelt, wird nicht nach einheitlichen Kriterien geprüft: Es gibt drei Gütesiegel - o.k. Power, das Grüner-Strom-Label und die Zertifikate vom TÜV Nord, jedes mit eigenen Definitionen, was Ökostrom ist. Aber nur, wenn das Stromgeld wenigstens teilweise in den Bau neuer, umweltfreundlicher Anlagen investiert wird, hat der Anbieterwechsel einen Umweltnutzen.
Das Verbrauchermagazin Ökotest bewertet die Ökostrom-Zertifikate des TÜV Nord als wenig hilfreich, weil sie offen ließen, in welche neuen Anlagen das Stromgeld investiert wird. Das Gütesiegel o.k. Power sei nur eingeschränkt empfehlenswert, weil der Druck zur Schaffung neuer Anlagen nicht sehr groß sei. Lediglich dem Grüner Strom-Label in Gold könne man, so Ökotest, weitgehend vertrauen.
(WDR)